In den Reihen der Deathwatch

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In den Reihen der Deathwatch

Beitrag von Das Sprachrohr am Fr Dez 09, 2016 10:38 pm



Lange Zeit hatte er seine Pflicht bereits erfolgreich erfüllt – denn er hatte bis jetzt überlebt. Als Einziger.


Er hatte beobachtet, analysiert, und das so gewonnene Wissen weitergegeben.

Ohne sich dabei preiszugeben.


Denn das war das Wichtigste an seiner Tätigkeit gewesen – sie möglichst lange weiterzuführen, damit die Seinen möglichst fehlerfrei ihr Werk erfüllen konnten.


Für den Imperator.


Doch seine neuesten Befehle zwangen ihn auf einen anderen, weit gefährlicheren – aber dafür wesentlich wirkungsvolleren Kurs.

Er sollte persönlich dafür sorgen, dass der Fokus vollständig auf einen Feind ausgerichtet wird, der in dieser Galaxis nichts verloren hatte – und trotzdem dort einzudringen versuchte.

Und das nicht zum Ersten Mal – und sicher auch nicht zum Letzten.

Sein weiteres Überleben war nicht länger die oberste Direktive – das hier war wichtiger. Was nicht bedeutete, dass er es leichtfertig wegwerfen würde. Tot konnte er das Werk schließlich nicht länger fortführen.


Tu es.

Für den Imperator.



Und so stand er nun, mit den Seinen, und Anderen, und beobachtete – wie es seiner Rolle und Stellung bei jenem Treffen entsprach. Die Zeit zu handeln würde später kommen, doch hier und jetzt musste er beobachteten, analysieren und entscheiden: Wen würde er unterstützen, wen manipulieren - und wen umbringen müssen.

Für den Imperator.



(tiefe, weit tragende Stimme) "Seid gegrüßt, Lord Inquisitor Matthäus Riemann.
Es ehrt mich einfachen Krieger des Imperators, daß Ihr Euch die Zeit genommen habt, auf meine Bitte hin persönlich zu dieser Audienz zu erscheinen.




„Ordenspriester Ortan Cassius vom Orden der Ultramarines, eure demütigen Worte ehren euch.“

Ganz im Gegensatz zu der Frechheit, mich dazu zu zwingen hier erscheinen zu müssen.

"Wisset, das reinigende Werk des Imperators zu überwachen und zu leiten bedarf meiner sofortigen und permanenten Aufmerksamkeit, so dass meine Zeit hier leider nur zu knapp bemessen ist.“
Komm endlich zur Sache, Du Schatten eines Engels.


"Lord Inquisitor, mir scheint, als hätte Euer Ordo den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Im Osten entfaltet sich gerade eine massierte Invasion der gefährlichsten aller Xenosbruten.

Und Ihr seht tatenlos zu."



Das schon wieder.

"Ordenspriester, Wir sehen die kommende Gefahr klar und deutlich. Und Wir werden zu gegebener Zeit auch darauf reagieren. Doch bis dahin kümmern Wir uns um all die anderen Bedrohungen, die HIER und JETZT den Fortbestand des heiligen Imperiums akut bedrohen. Denn wenn Wir dies nicht tun, wird die Ankunft der Tyranidenschwärme keine Rolle mehr spielen."

Warum siehst Du das nicht endlich ein, Du alter Dickkopf ?


"Das Imperium steht vielen Bedrohungen entgegen. Mein Orden kämpft an allen Fronten, gegen jeden unserer Feinde.
Und kein Feind hat in jüngster Zeit so viele unserer Brüder niedergestreckt wie Dieser."



"Während der Horus Häresie hat euer Orden – damals eure Legion - weitaus mehr Brüder verloren als gegen diesen einen Xenos."


"TIBERIAN.
 SCIOR.
 LUCULLUS.
 ANDOR.
 THURIAN.


 ... eine volle Stunde später ...

 ANASTUS.
 NUMITOR.


Jeder von diesen meinen Brüdern starb während der letzten beiden Jahrhunderte im Kampf gegen Diesen Einen Xenos.



Seit den Tagen der Horus Häresie sind im Kampf gegen keinen einzigen Feind so viele meiner Brüder gestorben.

Und ihr wisst, Lord Inquisitor, bis wohin der Erzverräter und seine ketzerische Höllenbrut am Ende vorgedrungen waren.


Auch wenn die Verdammnis überall ihre üblen Spuren hinterläßt - die von Euch und den Euren permanent beseitigt werden müssen - so lässt sich an jenen Feind verlorenes Gebiet doch zurückerobern, neu besiedeln und ins Imperium zurückholen.


Jener EINE Xenos gewährt uns diesen Luxus nicht. Was einmal von Ihm vertilgt wurde, ist auf ewig für die Menschheit verloren.

Mir ist bewußt, daß dieser eine Xenos langsam und behäbig vorrückt - doch unser aller Pflicht ist es, daß Imperium bis in alle Ewigkeit zu beschützen.


Zeit spielt hierbei keine Rolle.


Eure Zeit und meine Zeit in dieser Realität sind begrenzt - also ist es erst recht UNSERE Pflicht, jetzt zu handeln, und so den kommenden Generationen der Menschheit ihre Zukunft überhaupt erst zu ermöglichen !"





Eine längere Stille legte sich über die Versammlung, als die Worte des Ordenspriesters einzusinken begannen.


Und jener eine, stille Beobachter wog die Szene vor seinen Augen ab, und entschied, wie er angesichts seiner neuen Anweisungen zu handeln hatte.

Ihn muss ich nicht überzeugen - er hat  längst verstanden.


Dann wandte er seinen Blick auf den anderen mit Macht und Einfluss in diesem Raum.

Doch er muss zur Erkenntnis gebracht und auf den richtigen Pfad manipuliert werden.
Und wenn das nicht gelingt, so muss er sterben - und sein Tod soll als Warnung für alle anderen Entscheider in den Institutionen dieses Sektors des Imperiums dienen.

In seinen labyrinthischen, in Manipulation, Täuschung und Intrige geschulten Gehirngängen brannten die Synapsen, als er all die Möglichkeiten zur Erreichung seines Ziels durchging.


Er nickte innerlich.

Tu es.
Für den Imperator.



Währenddessen nahm Ortan Cassius seinen Sermon wieder auf.

"LORD INQUISITOR, ZUDEM IST DIESER EINE XENOS LÄNGST UNTER UNS. DENN LÄNGST WISSEN WIR, DAS DIE SYMBIONTENPLAGE NICHTS ANDERES IST ALS DER VERLÄNGERTE, IM DUNKELN OPERIERENDE ARM DER SCHWARMFLOTTEN.

UND DIESEN GILT ES MÖGLICHST RASCH ABZUSCHLAGEN, EHE ER WEITERE IMPERIALE WELTEN ZERSETZT UND SO FÜR DIE ANKUNFT DES SCHWARMS ... VORVERDAUT."




Der Inquisitor atmete entäuscht aus.

Wenn der nur die Weitsicht hätte, das Gesamtbild zu sehen, anstelle der Besessenheit, sich auf jenes Eine - wenn auch bedeutende - Detail zu fixieren.
Es ist schade, dass solch ein treuer Diener des Imperators nicht weiter sehen will.


"Ordenspriester, das Symbiontenproblem in diesem Sektor ist seit Jahrzehnten vollständig unter Kontrolle. Die im Rahmen der letzten großen Tyranideninvasion von meinem Ordo durchgeführten Säuberungen, und die darauffolgende permanente Überwachung haben dieses Problem gelöst."


Der Ordenspriester fokusierte seinen eisigen Blick auf den Inquisitor, und starrte diesem sekundenlang direkt in die Augen.

Langsam, unmerklich, begann er, den Kopf zu schütteln.


„Das glaubt ihr also tatsächlich.“


„Bruder Hoax“ - er zeigt auf einen Sergeant der Ultramarines zu seiner Rechten – „ist vor kurzem von der Deathwatch zu uns zurückgekehrt, und hat um Seine sofortige Rückversetzung dorthin gebeten."

"Er hat deutliche Spuren und Hinweise darauf gefunden, die auf das genaue Gegenteil dessen hinweisen, was Ihr soeben ausgesprochen habt.

Und als pflichtbewußter Diener des Imperators werdet ihr mit Bruder Hoax und seinem Killteam losziehen, um so aus erster Hand die Beweise zu sehen, wie es wirklich um die Symbiontenbedrohung in diesem Sektor bestellt ist.

Dies wird nur wenig euer kostbaren Zeit in Anspruch nehmen, und hernach wird euch Bruder Hoax als loyaler, persönlicher Leibwächter bis zum Ende eures Dienstes vom Orden zur Verfügung gestellt."




Ungläubig starrte der Inquisitor in Richtung des Ordenspriesters und seiner Astartes.

Er spürte die Nervosität seines Gefolges, und signalisierte ihnen mit einer Geste seiner rechten Hand, weiterhin passiv zu bleiben.

Welch eine Frechheit ! Na warte, meine Zeit wird kommen, Ultramarine, und dann wirst Du für diese Erpressung zahlen ! So etwas habe ich noch NIE erlebt !
Wie kann er es nur wagen ...?



Und was wäre ... was wäre ... wenn er wirklich Recht hat.

Nun, einen folgsamen, loyalen Astartes kann ich bestens gebrauchen. Dies wird eine Menge meiner inneren Feinde davon abhalten, offen gegen mich vorzugehen.



"Ordenspriester Ortan Cassius, ich erkenne die Weisheit eurer Worte - auch wenn mir die Art und Weise, wie Ihr mir dies hier aufgezwungen habt deutlich missfällt."

"Trotzdem bin ich bereit, eurem ... treuen, loyalen, vieles sehenden ... Bruder auf seiner heiligen Mission für den Ordo Xenos zu folgen, und ihm mein Leben anzuvertrauen - bis zum Ende meines Dienstes für den Imperator."


Und eine der über zwei Dutzend Personen in diesem Raum nickt zum zweiten Male innerlich.

Damit ist die Entscheidung endgültig gefallen. Das wird eine schwierige Herausforderung - doch es ist unausweichlich.


Tu es.

Für den Imperator.
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