Irgendwo in der Nähe der Welt Apokalyptica

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Irgendwo in der Nähe der Welt Apokalyptica

Beitrag von Das Sprachrohr am Sa Dez 10, 2016 10:54 pm




In den Tiefen des Alls, irgendwo im östlichen Spiralarm, im Hier und Jetzt.



Dieselbe Gestalt, die vor 200 Jahren hier residiert und zu den Seinen gesprochen hatte, saß in Gedanken versunken auf ihrem Thron aus Stahl.


Damals hatten Sie uns den Befehl gegeben, Roboute und die Seinen von dort wegzulocken.
Auf das er niemals erkenne, was dort seit Äonen liegt – und ruht.

Und Wir hatten die Weisheit ihres Befehls erkannt, und ihn daher auch ausgeführt.

Mit großen Erfolg.



Ein Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er an jene Zeit zurückdachte.


Roboute, Du warst - auf Deine Art - der Edelste unter ihnen allen.


Inzwischen habe ich erkannt, dass Du es wirklich gut mit mir gemeint hattest.

Du wolltest Dich wirklich Meiner annehmen, mir helfen und mich voranbringen.


Das Dumme ist nur, dass Du nicht dazu in der Lage warst, mich zu verstehen.



Na ja, das haben die meisten anderen nicht hingekriegt. Selbst Horus nicht – auch wenn der darüber anders dachte. Nun … Konrad und Corax - vielleicht.


Damals habe ich Dir klar gezeigt, Roboute, dass mein Weg Dein ganz persönlicher Albtraum ist.

Und das hast Du verstanden.


Zwar nicht sofort, aber spätestens nachdem Du glaubtest, mich niedergestreckt zu haben, hast Du endlich erkannt, dass Du mich nicht besiegen kannst.

Damals konnte ich Dich stattdessen tatsächlich einmal besiegen.

Und so von deinem Irrpfad des destruktiven Zorns endlich auf den Thron des konstruktiven Verwalters zurückführen.

Denn die Menschheit brauchte Dich zu dieser schweren Zeit in dieser deiner besten Rolle, nachdem Rogal in einem seiner impulsiven Kopf-durch-die-Wand-Momente beinahe Alles in den Abgrund geführt hätte.


Doch das ist so lange her. Soviel hat sich seitdem verändert.


Und nun kommt also diese erneute, massive Invasion der Fressschwärmer, und droht alles bis heute Übriggebliebene hinwegzutilgen.



Er schloss die Augen, und wog seine Alternativen noch einmal ab.


Er hatte mir damals aufgetragen, diese Galaxis gegen den Ewigen Feind zu verteidigen.
Dazu hatte Er mich und die anderen letztlich ja erschaffen.

Wenn ich die Fressschwärmer durchlasse, nehme ich dem Ewigen Feind jegliche Grundlage zur Invasion, und führe Seinen Befehl buchstabengetreu aus.


Er dachte an die tote, kalte Leere, die zurückbleiben würde, und beschloss ein weiteres Mal:

Nein, so etwas hatte Er nicht gewollt. Sonst hätte Er dies selbst bereits längst getan.

Stattdessen hat er ja Uns erschaffen.


Tu es … nicht.



Er atmete aus.


Damals hieß es, die Menschheit dürfe niemals davon erfahren. Es sei in en Händen einer so jungen, unerfahrenen Rasse viel zu gefährlich.

Nun denn.

So jung, so unschuldig und naiv sind wir nun nicht mehr.


Die letzten 10.000 Jahre haben uns das wahre Gesicht dieser Realität gezeigt – und unsere Seele gereift und gestählt.

Und uns dabei Beinahe bis in den Wahnsinn getrieben.



Er durchdachte all die kleinen Schritte, die er bereits hatte ausführen lassen, um den Focus des Imperiums und der Ultramarines auf jene Welt und jenen Feind zu lenken.


Rational habe ich Sie soweit gebracht, wie nur möglich.

Doch dies reicht noch nicht, es müssen weitere Kräfte und Anstrengungen gegen die Fressschwärmer unternommen werden.


Also muss ich Sie an den Punkt führen, dass Sie es höchstpersönlich nehmen.


Und er gab seinen ebenfalls im Raum befindlichen, bisher stummen Adjutanten, Beratern und Untergebenen konkrete Anweisungen, um den Plan in die Tat umzusetzen.

„Practicals“, hätte Roboute diese damals genannt.


Und – wie erwartet – widersprachen ihm die Seinen. Denn er hatte Ihnen beigebracht, selbst zu denken, zu entscheiden – und wenn nötig auch zu widersprechen.

„ich weiß, welche Konsequenzen sich damit für die meisten der Unseren vor Ort ergeben werden.“

„Tut es. Trotzdem.“




Er betrachtete eingehend den uralten Helm, der … zufällig … seinen Weg in die Hallen des Palastes von Hera auf Macragge gefunden hatte.

Und konnte es kaum glauben.

Es handelte sich um die Überreste von Chapter Master Julius Valerian. Der seit den Tagen kurz nach der Horus Häresie als verschollen galt.
Dort befindliche Blut- und Knochenreste waren vom Apothecarion bereits überprüft, analysiert und zugeordnet worden.
Und sie passten tatsächlich zu dessen Gensaatlinie.

Damit waren alle Zweifel ausgeräumt.

Weiterhin hatte eine Spurenelementanalyse des Blutes eindeutig bewiesen, dass er seine letzte Zeit auf der Welt Apocalyptica verbracht hatte, und dort auch gestorben war.


Scriptor Magister Varro Tigurius hatte bereits mit dem Reclusiam Kontakt aufgenommen, und wartete noch darauf, das jenes die ihm bereits vorliegenden Daten zum Leben und Sterben des Chapter Masters aus seinen eigenen Quellen bestätigt, aber er ging davon aus, dass dies so sein würde.

Es passte Alles zusammen.
Es passte so gut, dass es sich nur um eine absichtliche Fährte handeln konnte.
Einen … Köder.
Eine Aufforderung.

Oder gar eine Bitte ?

Die Reliquien waren als Teil einer Sendung von Gefallenen aus dem Apocalyptica-Kriegsgebiet hierher gelangt. Und zwar zunächst als jemand anderes getarnt.

Erst auf Macragge war klargeworden, wer da mit anderen, korrekt eingestuften Gefallenen zurückgesandt worden war.

Schließlich wanderte sein Blick über die Brustplatte der Servorüstung, und er sah dort, wie der Chapter Master vor über 10000 Jahren zu Tode gekommen war: Jemand hatte ein simples Gladius mit solcher Kraft durch die meisterhafte Brustplatte und den verwachsenen Brustkorb gerammt, dass dieses fast dabei zerbrochen war.
Und dann hatte er mit einer raschen Drehung beide Herzen zerschnitten.

Kein gewöhnlicher Astartes verfügte über soviel Kraft, also blieb eigentlich nur ein besonderes Wesen als Täter übrig – Einer der 18 Primarchen.

Der Leichnam war respektvoll gereinigt, und nach Art der Legion – und auch des Ordens – mit seinen gereinigten, entladenen Waffen und Ausrüstungsgegenständen im Transport-Sarkophag platziert worden.

Und ein mit einem Reinheitssiegel … nein, einem Eidsiegel aus der Zeit der Legionen … versiegeltes Pergament war hinzugefügt worden. Darin hieß es:

„Seid gegrüßt, Nachfahren der XIV.Legion,
Söhne des Roboute Guilliman, es kann zwischen uns kein Vertrauen, keinen Frieden und kein Bündnis geben.

Doch im Angesicht dieses gemeinsamen, die Zukunft Aller verzehrenden Feindes gilt es pragmatisch zu sein.

Lasset uns also Beide Sein Werk tun, und unsere Spezies – wiederum - vor diesem extragalaktischen Xenos beschützen.
Lasset uns gemeinsam dort siegen, wo Wir euch einst eure größte Schande beigebracht haben.

Tun Wir es. Für den Imperator.“


Noch verwirrender war die Beschriftung des uralten Eidsiegels:


„Wir schwören, alles Notwendige zu tun, um Ihn von seinem sinnlosen, egoistischen Rachefeldzug in seine beste Rolle zu drängen: in die des selbstlosen Verwalters der Menschheit.

Für den Imperator.“
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