Lord General von Kleinlich

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Lord General von Kleinlich

Beitrag von Das Sprachrohr am Fr Dez 16, 2016 5:30 pm




Bedächtig, doch voller innerer Ungeduld blickte der General auf sein antikes Chronometer. 1 Sekunde, 2 Sekunden, 3 Sekunden – erst dann erwachte der zentrale Holotank mit statischem Rauschen zum Leben.

Ts, Ts, Ts, da hatte sein Adjutant, Oberstleutnant von Schmidt, sich also um 3 Sekunden verspätet. Solche eine Unachtsamkeit durfte er ihm nicht durchgehen lassen.
Der Plan war schließlich der Plan. Im Felde, da gab es den Feind, der ständig den Plan zu stören versuchte – aber hier?

Wer bereits unter Friedensbedingungen den Plan vernachlässigte, was machte der erst im Felde, umgeben von penetranten, ständig störenden Feinden? Ts, ts, ts.

Wo würde das am Ende nur hinführen? Nein, nein, nein. Vielleicht sollte er … nein, das wäre zu hart. Er war ja schließlich kein Unmensch. Außerdem waren technisch so fähige Leute wie von Schmidt nur schwer aufzutreiben.

Aber … 3 Wochen Latrinendienst würden sicher dabei helfen, des Oberstleutnants Sinn für Genauigkeit wieder zu schärfen, und ihn somit zu einem noch besseren Offizier des Imperators – dabei verschränkte er seine Arme automatisch zum Aquilla – zu machen.

Der Oberstleutnant konnte froh sein, einem so sehr um seine Leute bemühten und vorausschauenden Oberbefehlshaber untergeordnet zu sein. Er würde ihm für diese wichtige Lektion später noch dankbar sein.



Das Bild stabilisierte sich, und die versammelten Offiziere nahmen Haltung an. So gefiel ihm das. Wobei … ts, ts, ts … der Haarschnitt seines anderen Adjutanten, des Oberstleutnants von Wenger … ts, ts, ts … das waren mindestens 2,5, also schon 3 Millimeter zu viel.

Nun, nach einer gründlichen Kahlrasur würde der Herr von Wenger Seit an Seit dem Herrn von Schmidt in der Mannschaftslatrine Gesellschaft leisten. 3 Wochen für mindestens 3 Millimeter zu viel.



„Meine Damen“, er nickte höflich den beiden Oberinnen des Adeptus Sororitas zu, “meine Herren.“ Nun sprach er zu seinen versammelten Kommandeuren.

„Es ist an der Zeit, den Erzfeind auf Laertes Vitium zu vernichten.“

„Beginnen wir damit, einander vorzustellen!“


"Wir grüßen euch, Schwester Oberin Sankt Katharina vom Orden der Flammenden Reime.
Mögen eure Psalme aus Feuer und Boltgeschossen Laertes Vitium ein für alle Mal läutern."


"Wir grüßen euch, Bruder Hauptmann Rapax Aquilla von den Söhnen des Sanguinius, dessen Blut wie Feuer euren Körper, euren Geist und eure Seele durchfließt."


"Wir ... äh ... grüßen euch, Autarch Xandar Siark da Somara, der ihr mit den Winden des Schicksals zu uns gesegelt seid."


"Wir grüßen euch, Bruder Hauptmann Flavius Verus Marcellus von den Söhnen des Roboute Guilliman, ihr (Mit-) Erschaffer und (Mit-) Organisator dieses epischen Krieges."


"Wir grüßen euch, Bruder Semifactus, CARSTIGATOR von den Söhnen des Sanguinius. Der Ihr vom fernen Mars hierhergekommen seid, um all die Ungläubigen, Verräter und Ketzer zu strafen."


„Wir grüßen euch, General-Oberst Bernhard von Spatzenhirn. Möge die zentrale Kampfgruppe unter eurer Führung dem Feind den Todesstoß versetzen!“


"Wir grüßen euch, Großmeister Detron, vom ... äh, was steht hier ... Letzten Geschenk des Imperators an die Menschheit." Hm, interessant, ich kann mich nicht daran erinnern, je etwas von euch oder eurem Orden gehört zu haben.


„01001011001110011001[StygiesIIV0110010111001100110100011101111000010100110011
1001010011010101001011100001010010111000100101010101011011100010100110101010100
01110001001010101110002…1…01000100100110111010010100111001010001.“


„Wir sind erfreut, euren Kader auf Laertes Vitium begrüßen zu dürfen, Shas'O Tau M'yen Or'es. Die Jagd auf … äh ... für … das höhere Wohl sei hiermit eröffnet.“


„Wir … grüßen auch euch, Autarch Garryth, scharfe Klinge von Biel-Tan. Und eure sehr bunte … äh … vielseitige Truppe an Artis … Kriegern verschiedenster Coloeur.“


„Wir grüßen euch, geehrter Inquisitor Jerrico. Euer Wissen, eure Macht und eurer Einfluss sind uns loyalen imperialen Dienern höchst willkommen.“


„Wir grüßen euch, Inquisitor Fredrik DeWulfen. Euer Ordo wird reichlich zu tun kriegen in den kommenden Tagen der Finsternis … ehe das Licht des Imperators wieder hell erstrahlt.“


„Wir grüßen euch, Bruder-Hauptmann Mithrac Tor von der 8ten Bruderschaft des Geschenks des Imperators. Schon wieder so ein Bruderschaftler. Astartes der Minotauren, es heißt, viele vom Imperiums Abgefallene warten auf Laertes Vitium, um die Fehler ihres Handels eingebläut zu bekommen.“


„Wir grüßen euch, Hauptmann Otto Karies. Euch ist schon bekannt, dass bei eklatant mangelnder Mundhygiene laut Felddienstvorschrift 351 Absatz b § 1 unverzüglich der Adeptus Medicus Dentalicus aufzusuchen ist. WEGGETRETEN!“


„Wir grüßen euch Großmeister Egon  … von der Bruderschaft … vom Letzten Geschenk des Imperators." Hm, noch so einer … ich könnte schwören, mich daran zu erinnern, dem Kerl schon einmal als Chef irgendeiner Bruderschaft bei irgendeiner Kampagne begegnet zu sein.


„Ich bin Lord General von Kleinlich“


„Nun, meine Damen, meine Herren, lasset uns mit der Planung beginnen.“


Da erwachte der Holotank ein weiteres Mal zu elektronischem Leben.

Ts, Ts, Ts … von Schmidt, sollte ich mich in deiner Kompetenz etwa getäuscht haben … ging es dem Lord General durch den Kopf.


In dem langsam sich lichtenden elektronischen Nebel brannten zunächst zwei Punkte, die zunehmend erloschen, während sich nach und nach die Umrisse einer Gestalt abzuzeichnen begannen.


Ein Astartes.


Sein Gesicht war von leichenblasser Farbe, seine Rüstung von tiefstem Schwarz. Ein flammendes, flackerndes Leuchten umfloss seine Gestalt.


Sein Blick ging dem Lord General durch Mark und Bein. Und nicht nur ihm.


Nach einer endlos scheinenden Stille, in der man jeden Atemzug, jedes nervöse Wimpernzucken zu hören vermochte, begann die Gestalt zu reden. Mit todesruhiger Stimme, in einem toten Dialekt des Hohen Imperialen Gotisch.


„M.i.l.i.t.e.s  I.m.p.e.r.a.t.o.r.i.s,  n.o.s  m.o.r.i.t.u.r.i  t.e  s.a.l.u.t.a.n.t“

„E.v.e.n.t.u.s  m.a.g.n.o  g.r.a.v.i.t.a.t.e  i.m.m.i.n.e.t,  t.e.m.p.u.s  p.e.r.i.c.u.l.o.r.u.m m.a.g.n.o.r.u.m  p.r.o  I.m.p.e.r.i.o”

“P.r.a.e.s.t.o.l.a.n.t,  o.m.n.e.s  p.r.o  E.o  d.a.n.d.u.m”

“U.t  m.a.n.e.t  r.e.g.n.u.m  S.u.u.m,  u.t  v.o.l.u.n.t.a.s  S.u.a  f.i.a.t,  n.u.n.c,  e.t  i.n s.e.m.p.i.t.e.r.n.i.t.a.t.e.”

“I.N D.E.D.I.C.A.T.I.O  A.E.T.E.R.N.A  D.E.I  I.M.P.E.R.A.T.O.R.I.S  A.D,  E.T  U.L.T.R.A A.R.T.I.C.U.L.O  M.O.R.T.I.S”




Und die Augen des Astartes begannen zu brennen. Flammen schlugen aus seinem Munde. Sein Kopf wandelte sich in einen brennenden Schädel. Und zornige Flammen umzüngelten seinen toten Körper.


Sein Bild verblasste.


Und in die geschockte Stille erschallte monoton die mechanische Stimme des Translationslexicanen:

„K.ä.m.p.f.e.r  d.e.s  I.m.p.e.r.a.t.o.r.s,  W.i.r  T.o.d.g.e.w.e.i.h.t.e  g.r.ü.ß.e.n  e.u.c.h“

„E.i.n  E.r.e.i.g.n.i.s  v.o.n  g.r.o.ß.e.r  T.r.a.g.w.e.i.t.e  s.t.e.h.t  b.e.v.o.r,  e.i.n.e  Z.e.i.t g.r.o.ß.e.r  G.e.f.a.h.r.e.n  f.ü.r  d.a.s  I.m.p.e.r.i.u.m“

„S.t.e.h.e.t  b.e.r.e.i.t,  A.l.l.e.s  f.ü.r  I.h.n  z.u  g.e.b.e.n“

„A.u.f  d.a.s  S.e.i.n  R.e.i.c.h  b.l.e.i.b.e,  S.e.i.n  W.i.l.l.e  g.e.s.c.h.e.h.e,  j.e.t.z.t,  u.n.d  b.i.s i.n  a.l.l.e  E.w.i.g.k.e.i.t“

„I.n  e.w.i.g.e.r  H.i.n.g.a.b.e  f.ü.r  d.e.n  G.o.t.t.k.a.i.s.e.r,  b.i.s  z.u.m  T.o.d.e,  u.n.d d.a.r.ü.b.e.r  h.i.n.a.u.s“

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