Lord Katharsis vom Kabal der brennenden Schuppe

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Lord Katharsis vom Kabal der brennenden Schuppe

Beitrag von Das Sprachrohr am Di Dez 13, 2016 11:33 pm




Verrat erfüllte den Palast wie eine alles durchdringende Strahlung.

Er konnte es deutlich spüren. Selbst seine Leibwache, die den Göttern nicht ganz so nahe war wie er reagierte mit Anspannung und erhöhter Aufmerksamkeit auf jede Bewegung, jedes Geräusch und jeden Schatten.
Sein Hass brüllte ihn unentwegt an, diesen Xenosabschaum SOFORT auszulöschen, mit dem sich zu verbünden er gekommen war. Es fiel ihm unsagbar schwer, seinen Gesalbten Brüdern den Befehl zu geben NICHT anzugreifen.

„Nur Geduld, DANACH werden wir sie ausrotten.“ funkte er ihnen durch.

Er hatte schon zuvor mit den Eldar zu tun gehabt, doch diese hier waren weit düsterer und grausamer als ihre zivilisierteren Verwandten. Und weit stärker. Und weit gefährlicher. Und damit weit, weit nützlicher.

Die Eldar waren Krieger, sie waren Ästheten, sie waren Piraten. Sie waren Philosophen und sie waren Mörder. Aber zuallererst waren sie Lügner.

„Unser Treffen ist äußerst glücklich, geehrter …, nun keine Namen, noch nicht.“

„Denn wir sind beides Verstoßene. Verhasst bei unserer eigenen Spezies, nicht? Verraten. Und dazu gezwungen dieses Krebsgeschwür namens Menschheit auszurotten. Gezwungen! Umgeben vom Tod, verdammt zum Schlachten. Dies ist eure Geschichte, und es ist die Meine. Also sind Wir Gleiche.“

Lord Katharsis lag auf einer langen, mit schwarzem Holz verzierten Couch. Eine fremdartige Kreatur lag auf einem Tisch vor ihm, roh und in lauter dünne Streifen zerschnitten.

Während er sprach pickte er immer wieder kleine Fleischfetzen auf, und aß diese.

Der Raum selbst war mit luftigen goldbestickten Kissen erfüllt, das er beinahe die stillen Leibdiener zu verschlucken drohte, die Katharsis überall hin folgten. Sie trugen lediglich Streifen schwarzer Seide, die allerdings ihre Gesichter vollständig verbargen. Sie knieten um ihn herum.

Der Gast lehnte die zweite Couch ab – sie würde unter dem Gewicht seiner Rüstung zusammenbrechen.

„Es ist wahr.“, sprach er, und schluckte seine Abscheu herunter, mit dieser Xenoskreatur zu reden, “Wir sind beide Excommunicate.“

„Ahhh, ja. Eine schöne Art dies auszudrücken. Euere Sprache ist schmerzhaft für uns, Starker, doch sie hat ihre kleinen Edelsteine. Excommunicate sind wir.“

Katharsis blickte auf einen der Leibdiener herab, und diese hielt eine Flasche mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit empor. Der Gast dachte zumindest, eine weibliche Eldar vor sich zu haben. Bei dieser Spezies, deren Muskeln und Sehnen alle so falsch gewachsen waren, konnte er sich nicht sicher sein. Alles falsch, Alles Täuschung, Alles verlogen.

„Probiere davon, es ist nicht das Beste, aber etwas Besseres wirst Du auf dieser Welt nicht finden.“

Der Gast nahm ein Glas von einem Sklaven an. Selbst wenn es vergiftet sein soll, würden seine zusätzlichen Organe und Verbesserungen problemlos damit fertigwerden. Es wäre gefährlicher, es würde Misstrauen erwecken, wenn er ablehnte.
Er probierte – und der Wein war wirklich gut. Soviel zur Bescheidenheit und einfachen Lebensweise der ebenso verlogenen Ekkelasiarchie.

„Ich bin gekommen, um diese Stadt zu erobern. Ich will diese Welt erobern.“

„Wozu?“ fragte der Gast ehrlich überrascht. „Seit wann interessiert sich Deinesgleichen für Grund und Boden?“

„Wir beide wollen dem Imperium Schmerz zufügen. Aus Rache, um der Sache willen, aus welchem Grund auch immer. Es verletzen. Aber es ist so groß. Du weißt schließlich besser als ich, was für ein monströses Ding dieses Imperium der Menschheit ist.“

„Ich habe versucht, seine Bürger zu verletzen.“

„Zu Tausenden habe ich sie versklavt und gequält – doch es hat es nicht einmal gemerkt! Es sandte Kriegsflotten aus, um mich zu verjagen, aber es wagt es nicht gegen mich in den Krieg zu ziehen um sich für meine Beleidigungen zu rächen. Es behandelt mich wie Ungeziefer, das man verscheucht, wenn es zu stören beginnt. Das aber die Mühe des Umbringens nicht wert ist!“

„Sage mir, was ist der Sinn des Ganzen? Ich habe mehr von denen umgebracht als ich zählen konnte - und glaube mir, ich habe ernsthaft versucht mitzuzählen. Dann begann ich nachzudenken.“

„Was ist dieses Imperium eigentlich? Woraus besteht es? Aus seinen Bürgern sicher nicht, denn ich habe bereits Unzählige davon zu Tode gefoltert - ohne das es je geblutet hat. Woraus besteht es dann?“

Der Gast dachte nach. Dieses Imperium war gewaltig, und verdorben. Es hatte kein Interesse am Wohlbefinden seiner Bürger. Es war nur darauf aus, sich selbst zu erhalten. „Aus seinen Flotten, seinen Armeen.“

„Nein, mein Herr. Es hat mich viel Zeit gekostet, dies zu erkennen. Die Antwort, Exkommunizierter, lautet: Seinen Welten.“

Katharsis nahm ein weiteres Stück Fleisch zu sich, diesmal vom gelatinösen, pinken Hirn. Die Kreatur war eine Art haarloser Hund gewesen, der kunstvoll seziert und wie ein fleischliches Blütenmeer dargelegt worden war.

„Das Monstrum, das Ihr Imperium nennt, besteht aus: Nichts! Es legt keinen Wert auf seine Bürger oder seine Flotten. Das Einzige, worauf es Wert legt ist das Substanzlosteste, das es gibt: Den Anspruch, den es auf die Welten unter seiner Herrschaft erhebt.“

„Nimm Ihm Das weg, und es wird schwärmen wie ein wütender Insektenschwarm. Und so verhält es sich selbst wie Ungeziefer. Nichts als Ungeziefer.“

„Ihr wollt also diese Welt erobern.“ erwiderte der Gast.

„Natürlich. Welch einen anderen Weg gibt es denn? Ich denke, ich existiere um Leid zu verursachen. Und das Imperium hat sich gegenüber all den Wunden, die ich Ihm verursacht habe als resistent erwiesen. Dieser Weg ist der Einzige, der mir noch bleibt.“ antwortete der Prinz.

„Ihr wisst, Prinz, viele haben bereits versucht, imperiale Welten zu beanspruchen. Eigentlich zu viele, um gezählt werden zu können. Ich kämpfte einst gegen sie. Das Imperium bringt viele Rebellen und Verräter hervor. Aliens, die Grünhäute. Die Tau, und Schlimmeres. Und ich gebe zu, es gibt einige wenige, die ihre Welten immer noch halten. Aber dies sind nur äußerst wenige – und sie verfügen über weitaus mehr Resourcen als ihr zu haben scheint. Ihr mögt diese Welt für einige Jahre halten – doch das Imperium wird Welle um Welle an Gardisten gegen euch senden. Oder Astartes. Oder sogar eine Kampfflotte, die den Planeten bestrahlt.“

„GENAU DARUM GEHT ES DOCH! Starker, Kind der Menschheit, Du bist deiner Spezies zu nahe um dies verstehen zu können. Ich werde meine Krieger nicht hinschicken um dort Straßen und Berge zu halten wie gewöhnliche Soldaten dies tun. Ich bin kein orkischer Schläger. Ich kämpfe nicht, wenn ich nicht muss. Ich kontrolliere. Meine Haemonculi werden die Bevölkerung verändern. Sie werden ihnen meinen Willen aufzwingen. Und dann werde ich mit meinem Hof verschwinden.“

Katharsis trank den letzten Rest des Weines aus, und ließ die Flasche fallen. Ein Sklave zuckte vor, und fing die Flasche, ehe sie auf dem Boden zerbrechen konnte.

„Und es wird seine Welt verlieren. Es wird diese durch die eigenen Waffen zu einem leblosen Felsklumpen degradieren.“
„Aber es wird nicht gewonnen haben – und das wird es wissen. Es wird niemals vergessen. Laertes Vitium wird das Krebsgeschwür sein, eine Erinnerung an seine Schwäche. Leiden, Herr. Es wird so viele in ihm zerfressen, dass zuletzt eine Narbe des Leids auf dem Antlitz des Imperiums bleiben wird, auf die ich Anspruch erheben kann.“

Der Gast spürt deutlich, wie diese starken Emotionen von dem Xenos ausstrahlten. Es waren furchtbare Parodien von menschlichem Hass und menschlicher Freude, die wie Wellen auf ihn einströmten. Dieser Katharsis war getrieben und gefährlich – ein Fanatiker, völlig überzeugt von seinen Absichten und Taten.

„Also werdet ihr Laertes Vitium verlassen, und zusehen, wie sich das Imperium dort selbst zerstört. Ich kann mir vorstellen, dass dies sehr befriedigend für euch sein wird. Und was macht ihr dann?“

Katharsis pickte sich einen Augapfel aus dem glitzernden Kadaver, und zerdrückte ihn in seinem Munde.

„Ich werde eine andere Welt finden, wichtig aber unterbevölkert, so wie diese hier“, sprach er beim Kauen, „und dann werde ich das Ganze noch einmal wiederholen.“

„Denn ich bin der Peinbringer, der Läuternde Schmerz, der die Spreu vom Weizen trennt. Die  Schwachen gehen an Mir zugrunde, die Starken bringe ich voran. Denn in dieser Realität ist nur Platz für uns Starke.“

Der Gast ging in sich. Er hatte ja schon viele Extreme gesehen und auch selbst erlebt, aber so etwas war ihm noch nicht untergekommen. Er hatte gegen viele Monstrositäten gekämpft, aber eine, die Leid ausschließlich um des Leides willen verursacht war ihm noch nicht begegnet. Es war Katharsis’s Religion, Mord und Folter waren Rituale an diese She-Who-Thirst-Gottheit, die Katharsis zuvor schon angedeutet hatte.

„Und die menschlichen Hexer, die ihr hierher mitgebracht habt?“

Katharsis schüttelte den Kopf.

„Deren Götter sind primitiv und grausam. Habt ihr gehört, was sie erbeten? Sie bitten um den Wahnsinn, damit sie so die Stärke haben Hässliches zu begehen. Ich werde ihre Kräfte brauchen, um die Laertianer zu beherrschen. Magie kommt kaum zu meiner Spezies, und wir wünschen uns auch nicht, die Aufmerksamkeit des Warp auf uns zu ziehen.“

„Für Diese Hexer ist es nur ein weiterer Kreuzzug, eine weitere Gelegenheit ihren Göttern zu dienen. Mehr wollen die gar nicht. Bald werde ich die nicht mehr brauchen – und ich hoffe, diesen Zustand möglichst bald zu erreichen.“

„So sehe auch ich dies.“

„Geehrter Starker, lasset uns aus freiem Willen das Werk des Schmerzes beginnen – ohne dabei irgendwelchen Göttern nachzulaufen. Lasset uns etwas Kostbares zerstören, auf das das Imperium erkenne, und am Schmerz der Erkenntnis verzweifle!“

Der gepanzerte Gast lächelte – dies konnte er ja inzwischen wieder – und dachte bei sich: Hat der Xenosfürst mich wirklich schon durchschaut, oder glaubt er ernsthaft, Mich, der ich das Wort in mir trage,  mit seinen fein gesponnenen Worten einwickeln zu können …
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